„Ich würde ja sofort anfangen, aber ich bin pleite.“ Diesen Satz hören wir oft. Und er ist der falscheste Grund, deinen Traum aufzugeben. Wenn du denkst, eine Schauspielausbildung sei nur etwas für Kinder reicher Eltern, liegst du falsch. In Deutschland ist Bildung – auch künstlerische – ein hohes Gut und wird gefördert. Du musst nur wissen, welche Anträge du wo stellen musst.
Lass uns den Papierkram mal in verständliches Deutsch übersetzen und schauen, wie du dir deine Ausbildung finanzieren kannst, ohne drei Nieren zu verkaufen.
Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (ein Wortmonster, wir nennen es BAföG) ist dein bester Freund. Aber Achtung: Nicht jede Schule ist BAföG-berechtigt. Damit du Geld vom Staat bekommst, muss die Schule staatlich anerkannt sein oder den Status einer Ergänzungsschule haben. Das ist ein Qualitätssiegel. Der Staat sagt quasi: „Diese Ausbildung ist so gut, dass wir sie unterstützen.“
An der Schauspielschule Zerboni sind alle unsere Standorte förderungsfähig. Aber es gibt einen feinen, extrem wichtigen Unterschied beim BAföG, den du kennen musst:
Das ist der Jackpot-Unterschied. An Hochschulen bekommst du meist Studenten-BAföG. Das musst du zur Hälfte später zurückzahlen (die Schuldenfalle, vor der viele Angst haben).
An vielen Berufsfachschulen für Schauspiel (wie bei uns) greift aber oft das sogenannte Schüler-BAföG. Der Hammer daran: Du musst es in der Regel NICHT zurückzahlen. Es ist ein Vollzuschuss. Das hängt von deiner persönlichen Situation, deinem Wohnort und der genauen Schulform ab, aber viele unserer Schüler profitieren genau davon. Stell dir vor: Der Staat finanziert deinen Traum, und du startest danach schuldenfrei in den Beruf. Informiere dich also unbedingt vorher beim Amt für Ausbildungsförderung, ob für deine Wunsch-Schule (ob nun die Schauspielschule in Köln, Hamburg oder München) das Schüler-BAföG greift.
Neben dem staatlichen Geld gibt es private und institutionelle Förderer. Stipendien sind nicht nur für Einser-Schüler in Mathe. Auch in der Kunst gibt es sie. Allerdings: Sie fallen selten vom Himmel. Du musst dich kümmern.
Schul-Interne Stipendien: Manche Schulen vergeben eigene Teilstipendien für herausragende Talente. Frag beim Vorsprechen einfach direkt nach: „Gibt es Fördermöglichkeiten für besondere Begabungen?“ Das zeigt keine Armut, sondern Ehrgeiz.
Manchmal reicht das Geld trotzdem nicht, besonders in teuren Städten. Wenn du beispielsweise deine Schauspielausbildung in Hamburg machst, willst du dich im letzten Jahr voll auf deine Abschlussinszenierung konzentrieren und nicht 20 Stunden die Woche kellnern.
Hier greift der Bildungskredit der KfW. Anders als BAföG ist das unabhängig vom Einkommen deiner Eltern. Du bekommst monatlich eine Summe (z.B. 300 Euro), die dir den Rücken freihält. Ja, das musst du zurückzahlen. Aber die Zinsen sind meist sehr niedrig und die Rückzahlung beginnt erst Jahre später, wenn du (hoffentlich) schon deine ersten Gagen verdienst.
Vergiss die kleinen Beträge nicht. Sie summieren sich.
Wohngeld: Wenn du kein BAföG bekommst (dem Grunde nach), hast du vielleicht Anspruch auf Wohngeld. Das ist ein Mietzuschuss vom Staat. Gerade in teuren Pflastern wie bei der Schauspielschule Zerboni München kann das den Unterschied machen, ob du in einer Besenkammer oder einem echten WG-Zimmer wohnst.
Ein Aspekt der Finanzierung wird oft vergessen: Du lernst einen Beruf, in dem du schon während der Ausbildung Geld verdienen kannst (und sollst!). Natürlich nicht in den ersten Wochen. Aber ab einem gewissen Punkt bist du „drehfertig“. Wer an einer Schule ist, die eng mit einer Agentur verknüpft ist – wie wir mit der Agentur Fabelhaft –, hat die Chance auf erste Jobs. Ein einziger kleiner Werbespot oder ein Tagesdreh bei einer Serie kann dir mal eben 1.000 oder 2.000 Euro in die Kasse spülen. Das ist das beste Stipendium der Welt, weil du dabei auch noch lernst und Kontakte knüpfst.
Geld ist ein Thema, ja. Aber es ist ein lösbares Problem. In Deutschland muss niemand wegen Geld auf eine gute Ausbildung verzichten, wenn er sich durch den Papierkram beißt. Nutz die Beratungsangebote. Sprich mit den Schulen. Frag uns: „Wie machen das eure anderen Schüler?“ Wir haben hunderte Absolventen, die nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurden und es trotzdem geschafft haben. Mit BAföG, mit Nebenjobs, mit Mut. Wenn der Wille da ist, findet sich auch der Weg zum Geld. Dein Talent ist die Währung, die wirklich zählt.